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Freitag, 30. April 2010

Dinoschule

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Dinoschule



   Die Sonne geht auf über einem grünen, paradiesisch blühenden Landstrich. Weite, sanft geschwungene Rasenflächen tauchen auf, dazwischen üppig wuchernde, von schmalen, gestampften Fußpfaden durchzogene Gehölze aus Farnen und Schachtelhalm. Erhebende Sonnenaufgangsmusik wird eingespielt. In den Wipfeln der Halme zwitschern Riesenrotkehlchen. Die massigen Vögel sind mehrere Meter groß, ihre monströsen, langgezogenen Schnäbel tragen die Ansätze von Gebissen.
   In dem anmutigen und harmonisch in die Landschaft eingefügten Schulgebäude zeigt der gute Dino-Lehrer seinen braven Dino-Schülern ihren Lieblingsfilm. Gewaltige Bombenexplosionen sind darin zu sehen, Staubwolken, die wie Pilze schirmartig in die Höhe steigen, panisch umherirrende Menschen, bewegungsunfähige, verfettete Hauskatzen, hilflos erstarrte, verblödete Hunde, ausnahmslos auf der Flucht vor dem Feuersturm, der sie am Ende alle erfasst.
   "Seht ihr," spricht der Lehrer und sieht augenzwinkernd über seine Lesebrille hinweg, "und das war der Moment, in dem die Reptilien, respektive die Dinos, schlauer waren als die Menschen oder der Rest der damaligen Säugetierwelt. Wir Dinos ahnten, was kommen würde, und als die ersten Bomben flogen, da hatten wir uns alle schon in den Ritzen und Fugen und warmen Kellern der menschlichen Häuser versteckt. Draußen kamen die Menschen und Säuger erbärmlich um, wir aber überwinterten den radioaktiven Fallout mit Hilfe der von den Menschen geschaffenen Technik und seiner Vorratsanlagen."
   Das brennende Skelett von Crocodile Dundee, dem legendären Krokodilschlächter, fliegt gerade über die Leinwand, und die Dinoschüler lachen auf. Es ist eine ihrer Lieblingsstellen.*
   Dann klirren in dem Klassenzimmer plötzlich die Fenster. Von allen Seiten hüpfen mit bleckenden Zähnen Raub-Triceratopse herein. Die Kinder und ihr Lehrer rasen und hopsen kreischend und fauchend durcheinander, doch sämtliche Fluchtwege sind von den Triceratopsen versperrt. Im Handumdrehen haben die Raubsaurier ihren Opfern die Genicke durchgebissen und beginnen ihre von genüßlichen Knurrlauten unterbrochene Mahlzeit an dem zarten Fleisch der Jungtiere. Der Lehrer beobachtet sie dabei mit ersterbenden Augen.



   * Das Poster "Was mit Linda Kozlowsky WIRKLICH geschah", auf dem sich Dundees sexy Partnerin im Badeanzug von einer Gruppe Krokomännchen umzingelt sieht, gehört zu den beliebtesten Motiven der Dino-Jugend.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Statt Crocodile Dundee ein Deutscher



Statt Crocodile Dundee ein Deutscher, Wiesel von Wurstmann, ein Berufsjäger aus dem Schwarzwald. 


·        Wiesel wird für eine Folklore-Veranstaltung mit seinem Jagdverband nach New York eingeladen.
·        Während des Trachtenumzugs Verwicklung in eine Verfolgungsjagd.
·        Hamlet, ein witziger Farbiger, wird von einem Verbrechersyndikat verfolgt. Es geht um zwei Tonnen Crack, von denen er nichts weiß.
·        Bekanntschaft mir der Philosophiestudentin Trixie, Joan oder Camilla (Hamlets Nachbarin). Nicht die Koslowski, irgendjemand, der auch witzig sein kann, die Nicoletti etwa, oder Wynona Rider, falls die noch lebt.
·        Permanent Schlägereien und gefährliche Situationen, in denen Wiesel sein Können beweist.
·        "Das soll ein Messer sein? Das ist ein Messer!" Wiesels Jagdmesser, es ist so groß wie eine Machete, mit Hirschhorngriff und diversen Verzierungen, wie es sich gehört.
·        Wiesel hat Bärenkräfte. Statt der Bumerang-Antenne wirft er irgendeine gewöhnliche Dachantenne vom fünfzehnten Stock und trifft punktgenau.
·        Trixie wird von einem wilden Tier attackiert, doch Wiesel kann helfen. Indem er beeindruckend das Brüllen eines Auerochsen imitiert, kann er das Biest, es ist ein Hase oder ein Reh, vertreiben.
·        Trix in manchen Szenen so dämlich, wie eine Frau nur im Film sein kann. Als Wiesel anfängt, Heidegger zu parodieren, setzt sie sich ängstlich auf die Bettkante und hält Wiesel für einen Schwerverbrecher. Der muss aufklären, dass die Parodie Teil eines Sketches sei, den er alljährlich auf dem Treffen des Schwarzwälder Jagdverbandes aufführe. Doch auch danach bleibt Trixie noch eine Weile ängstlich und anschmiegsam wie ein schutzbedürftiges, nach herrischer Behandlung verlangendes Kätzchen.
·        Kurz vor Schluss die Überraschung. Hamlet ist der geheime Chef des Syndikats. Keiner weiß recht, warum, doch das macht nun auch nicht mehr viel. Wiesel, auf faszinierende Art allwissend, hat damit gerechnet, und seine Jagdkumpane und die sympathische Polizei von New York bereits informiert.
·        Happy Ending im Schwarzwald. Alles, was schlecht ist, ist tot, in Amerika oder hinter Gittern. Wiesels Hauswirtin im Schwarzwald-Dirndl, deren Schwester Mathild in der Lederhose.